Krefeld: SEK-Einsatz weil Familienvater sich gegen Abschiebung wehrt!

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Krefeld – Heute Morgen (19. September 2018) hat die Polizei einen Mann festgenommen, der sich zuvor gegen die Abschiebung seiner Familie wehrte. Dabei bedrohte er die Einsatzkräfte mit einem Messer und drohte, eines seiner Kinder vom Balkon zu werfen. Die Polizei Krefeld hatte die Stadt Krefeld dabei im Rahmen der Vollzugshilfe unterstützt.

Gegen 5:45 Uhr sollte eine albanische Familie (Vater, Mutter und drei Kinder) abge-schoben werden. Hierzu suchten Mitarbeiter der Stadt Krefeld (Fachbereich Migration und Integration unterstützt durch Mitarbeiter des allgemeinen Außendienstes des Fachbereiches Ordnung) gemeinsam mit zwei Polizeibeamten die Wohnanschrift der Familie an der Philadelphiastraße auf. Der 30-jährige Familienvater öffnete die Wohnungstür und ließ die Mitarbeiter der Stadt und die Polizeibeamten zunächst in die Wohnung.

Der Vater wurde allerdings dann sehr aggressiv und bedrohte schließlich die städtischen Mitarbeiter sowie die Polizeibeamten in der Woh-nung mit einem Messer. Nach Eindruck der Mitarbeiter der Stadt Krefeld verhielt sich auch die Mutter aggressiv und versuchte ihren Ehemann in der Situation dadurch zu schützen, dass sie sich mit einem Kind zwischen ihn und die Polizeibeamten stellte. Die Beamten und die Kräfte der Stadt zogen sich daraufhin aus der Wohnung zurück.

Kurze Zeit später ging der Familienvater auf den Balkon der Wohnung (3. Obergeschoss) und drohte, eines der drei Kinder vom Balkon zu werfen, sofern sich die Polizei nicht zurück ziehe. Daraufhin wurde der Bereich von der Polizei großräumig abgesperrt. Das Team Kindeswohl des Fachbereiches Jugendhilfe wurde umgehend informiert und war nach kurzer Zeit mit zwei Kräften vor Ort.

Gegen 10:30 Uhr erfolgte dann der Zugriff des Spezialeinsatzkommandos. Der 30-Jährige wurde festgenommen und blieb dabei unverletzt. Der Fachbereich Jugendhilfe konnte die Kinder in Obhut nehmen. Die 27-jährige Ehefrau und Mutter wurde vernommen.

Es handelt sich bei der geplanten Abschiebung um eine Entscheidung des BAMF welche die Stadt Krefeld umsetzen muss und insofern über keinerlei Ermessensspielraum verfügt. Sämtliche Rechtsmittel wurden seitens der Betroffenen ausgeschöpft, blieben jedoch erfolglos. Somit hat die Familie keine Chance auf ein Bleiberecht in Deutschland. Eine Ankündigung des Abschiebetermins darf laut aktueller Rechtslage nicht erfolgen. Durch den mehrfachen Kontakt mit der Ausländerbehörde war die Familie der Stadt Krefeld bekannt.

Mit einer Eskalation im Rahmen der Abschiebung war nach diesen Erfahrungen nicht zu rechnen. Die Ausländerbehörde im Fachbereich Migration und Integration wird voraussichtlich Abschiebehaft für den Vater beantragen. Wie hinsichtlich der Mutter und der gemeinsamen Kinder aus ausländerrechtlicher Sicht weiter vorzugehen ist, wird derzeit zwischen Fachbereich Jugendhilfe und Fachbereich Migration und Integration abgestimmt. (548)

 

Polizeipräsidium Krefeld

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